Teatime vor der dritten NHL-Saison

Geschrieben am 14/09/2014 in Social

Damien Brunner trinkt einen heissen Tee im Restaurant Schluefweg. Er blickt auf ein intensives Sommertraining zurück und freut sich sehr auf den NHL-Start 2014/15.

ketle_dbDamien, du scheinst erkältet zu sein. Wie fit bist du?

Ich bin sehr gut in Form. Die leichte Erkältung hat mich höchstens zwei, drei Trainingseinheiten gekostet. Manchmal ist es sinnvoll, dem Körper einen Erholungstag zu gönnen.

In diesem Sommer hast du den Formaufbau mit Eistraining bei deinem Juniorenclub, den Kloten Flyers, weiter entwickelt. Wie ist es dazu gekommen?

Den Trainer (Felix Hollenstein) kenne ich bereits seit meiner Juniorenzeit in Kloten. Seit ich in Nordamerika Eishockey spiele, habe ich die Eistrainings im Sommer stets bei Schweizer Trainern absolviert: Vor zwei Jahren in Davos (Arno del Curto), letztes Jahr in Biel (Kevin Schläpfer). Die Trainingsmethodik und -qualität war stets hervorragend. Die Idee der Trainer, in der ersten Phase im Eistraining vor allem individuelle Fertigkeiten zu üben, war ideal und kam mir entgegen.

Wodurch charakterisieren sich diese individuellen Fertigkeiten?

Das sind allgemeine Skills wie Passqualität, Laufwege einüben ohne spezifische Blockbildung, Schiessen in vielen Variationen, allgemeines Konditionstraining auf dem Eis.

Blicken wir auf deine Trainingsarbeit seit diesem Mai zurück. Welche Schwerpunkte, welche Trainingsreize hast du gesetzt?

Neu ist, dass ich den wöchentlichen Trainingsumfang von ungefähr 27 auf 20 Stunden reduziert habe. Auf der anderen Seite steigerte ich die Trainingsintensität deutlich. Mit 28 Jahren sendet mir mein Körper Signale, die ich heute aufmerksam analysiere und antizipiere. Das heisst, dass ich das geplante Konditionstraining des Strengh Coaches von den New Jersey Devils stets adaptiert habe, um einen optimalen Nutzen zu erzielen. Ich profitiere seit je vom „Knowing how“ und „Knowing that“ meines Vaters, der ein erfahrener Trainer im Nachwuchs- und Leistungssport ist. Seine Trainingssystematik hat mich kontinuierlich weiter gebracht. Im CrossFit-Training betreute mich ein Kollege, der mich in sehr harten Einheiten an die Leistungsgrenze gepusht hat.

Du hast also die Qualität im Training deutlich gesteigert. Wie muss man sich das vorstellen, wenn du „intensiver“ trainierst?

seil_dbIm Frühsommer absolvierte ich Intervalltrainings auf der Tartanbahn, um die Ausdauerschnelligkeit zu verbessern. Ein typisches Mittelstreckentraining halt. Ein Hintergedanke dabei war, dass mein Körper die vielen Reisen und Zeitverschiebungen während der langen Saison gut verträgt. Dann forcierte ich das Kraftausdauertraining. In einer weiteren Phase setzten wir einen Schwerpunkt in der Schnelligkeitsarbeit, welcher mit vielen Sprungübungen charakterisiert war.

Reaktive oder sogenannt plyometrische Reize wie intensives Sprungtraining können allerdings auch rasch Verletzungen bewirken…

… das ist eine grosse Gefahr. Deshalb wurde diese Reizsetzung behutsam und systematisch geplant, und zwar seit Jahren. Meine körperliche und mentale Fitness ist das Ergebnis eines harmonischen Aufbaus seit meiner Kindheit. Sprünge, Schnelligkeit und Schnellkraft habe ich nicht nur in Form von Circuittrainings trainiert, sondern auch beim intensiven Beachvolleyball spielen. Dabei verbessere ich auch das periphere Sehen, was auf dem Eis zentral ist.

Du trinkst nun bereits den zweiten Tee, früher hast du auch ab und zu ein Bierchen getrunken.

Ich achte vermehrt auf die Ernährung. Damit schone ich auch meinen Darm, der sehr wichtig für das Immunsystem ist. Ein weiterer Vorteil ist das etwas leichtere Gewicht: Überschreite ich mein Idealgewicht (83 bis 85 kg), werden meine Beine langsamer. Schnelle und agile Beine sind meine Stärke. Wenn ich mein Beschleunigungsvermögen ausspielen kann, funktionieren viele Automatismen ausgezeichnet.

Roland Harders

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